Da PVC-Verarbeitungshilfsmittel sehr gut mit PVC kompatibel sind und ein hohes relatives Molekulargewicht (ca. (1–2) × 10⁵–2,5 × 10⁶ g/mol) sowie kein Beschichtungspulver aufweisen, werden sie während des Formgebungsprozesses erhitzt und vermischt. Sie erweichen zunächst die umgebenden Harzpartikel und verbinden sich fest mit ihnen. Durch Reibung und Wärmeübertragung wird das Schmelzen (Gelieren) gefördert. Die Viskosität der Schmelze nimmt dabei nicht ab, sondern kann sogar ansteigen. Durch die Verschlaufung der Molekülketten werden Elastizität, Festigkeit und Dehnbarkeit des PVC verbessert.
Aufgrund der Tatsache, dass die kompatiblen und inkompatiblen Bestandteile von PVC Verarbeitungshilfsmittel mit Kern-Hülle-Struktur bilden, ist das Gesamtmittel inkompatibel mit PVC und dient daher als externes Schmiermittel. Es fällt jedoch nicht aus und bildet keine Ablagerungen, was den Schmelzvorgang verzögert. Daher lassen sich PVC-Verarbeitungshilfsmittel anhand dieser Anwendungseigenschaften in zwei Kategorien einteilen: universelle und schmierende. Universelle PVC-Verarbeitungshilfsmittel senken die Schmelztemperatur, verbessern die thermische Festigkeit und Homogenität, reduzieren Schmelzbruch und erhöhen die Duktilität. Diese Funktionen bieten große Vorteile für die PVC-Verarbeitung: Die Senkung der Schmelztemperatur verlängert die thermische Stabilität, bietet einen Sicherheitsfaktor für die Verwendung von Recyclingmaterialien und ermöglicht die Weiterverarbeitung. Die verbesserte thermische Festigkeit und der reduzierte Schmelzbruch erhöhen die Verarbeitungsgeschwindigkeit, beschleunigen die Traktion und verbessern die Oberflächenqualität und Formbarkeit. Die verbesserte Schmelzhomogenität minimiert Oberflächenwellen und Schmelzbruch des extrudierten Materials und steigert so die Produktivität, Duktilität und Thermoformbarkeit.
Veröffentlichungsdatum: 05.09.2024



